Süßes-oder-Saures im Regen
An jenem Abend, in Kürbisweiler, war Halloween-Nacht, jene, in der normalerweise alle Kinder draußen von Tür zu Tür rennen für die große Süßigkeitenjagd. Aber heute Nacht… hör mal. Es regnete. Ein ganz sanfter, feiner Regen, der auf die Kürbisse fiel und den Laternenplatz zum Glänzen brachte, ein Regen wie Samt. Zélie ist ziemlich enttäuscht: Bei diesem Regen ist die Süßigkeitenjagd unmöglich, und sogar ihr großer Hut macht platsch. Réglisse dagegen ist bestens dran, kuschelig warm am Feuer: Regen ist wenigstens ein Geräusch, das keine Angst macht, sanft, platsch platsch platsch, wie ein Wiegenlied. Da klopft es an der Tür: Es ist Boubou, das Monster, ganz nass und ganz traurig, das Zélie abholen wollte. Aber es regnet viel zu stark, und alle Häuser haben ihre Laternen gelöscht. Das schöne Halloween-Fest scheint wirklich ins Wasser zu fallen. Statt über den verdorbenen Abend zu schmollen, hat Zélie eine kuschelige Idee: Was, wenn man, statt draußen herumzurennen, das Fest drinnen feiert? Man lädt die Freunde ein, zündet die Kerzen an, teilt die Süßigkeiten am Feuer, erzählt Geschichten, während der Regen am Fenster singt. Und die Süßigkeitenjagd verwandelt sich, wie durch Zauber, in den gemütlichsten aller Abende. Diese Geschichte hilft deinem Kind, Enttäuschung zu zähmen, wenn etwas lang Erwartetes nicht so läuft wie geplant. Sie zeigt sanft, dass ein Plan, der ins Wasser fällt, sich in einen noch schöneren Moment verwandeln kann, und dass man wählen kann, das zu genießen, was man hat, statt dem nachzutrauern, was man verloren hat. Eine schöne Botschaft über Loslassen und einfache Freude. Und als die ganze kleine Bande kuschelig warm beisammen ist, mit Lachen, geteilten Süßigkeiten und dem Samtregen, der draußen sanft trommelt, vermisst niemand mehr die Süßigkeitenjagd. Die Geschichte legt sich dann ganz sanft nieder, gewiegt vom Platsch-Platsch des Regens, genau rechtzeitig, um die Augen zu schließen. Zélie lässt sich von der Enttäuschung nicht unterkriegen und tut auch nicht so, als gäbe es sie nicht: Sie nimmt sie an und sucht dann mit ihren Freunden nach einem Weg, den Abend neu zu erfinden. Einem Kind zu zeigen, dass man sanft wieder aufstehen kann, wenn ein Vergnügen abgesagt wird, ist der ganze Geist der Tilibou-Gutenachtgeschichten. Und draußen singt der Samtregen weiter sein Wiegenlied über den schlafenden Kürbissen. Eine sanfte Halloween-Geschichte ohne Bildschirm, für die Kleinsten ab 3 Jahren, ideal zur Schlafenszeit, zum Mittagsschlaf oder unterwegs. Wie immer bei Tilibou bleibt das Ende ganz sanft, ohne Musik, um ruhig in den Schlaf zu finden. Alle Tilibou-Gutenachtgeschichten auf