Die große Farbenkiste
An jenem Morgen, in Lilas Kita, ist ein großer Tisch mit nagelneuem weißem Papier bedeckt. Darauf Pinsel und Farbtöpfe: Rot wie eine Erdbeere, Gelb wie die Sonne, Blau wie das große Tor. Frau Lou klatscht in die Hände: «Heute ist Maltag!» Alle Kinder rufen «Juhu!»… alle, außer einer. Lila macht einen kleinen Schritt zurück. Denn heute Morgen trägt Lila ein hübsches, ganz sauberes Kleid mit kleinen Blumen, das Mama gewaschen hat und das ganz gut riecht. Und Farbe, die macht Flecken! «Frau Lou, ich will nicht, ich mach mich schmutzig.» Lila sieht die Farbtöpfe an, als wären sie ein bisschen gefährlich, hin- und hergerissen zwischen der Lust zu malen und der Angst, ihr schönes Kleid zu ruinieren. Da bietet Frau Lou ihr eine große, ganz weiche Schürze an, nur für sie, die das Kleid von den Schultern bis zu den Knien schützt. Und nach und nach, den Pinsel in der Hand, traut sich Lila. Ein Tupfer Rot, ein Tupfer Gelb, ein großer Kringel in Sonnenform… und sie entdeckt das pure Glück des Erschaffens, ohne noch an Flecken zu denken. Diese Geschichte hilft deinem Kind, ein bisschen loszulassen, sich die Hände schmutzig zu machen für die Freude am Spielen und Erschaffen. Sie beruhigt auch die ordentlichen Kleinen, die keine Unordnung mögen, indem sie zeigt, dass man mit einer Schürze und ein bisschen Vertrauen ohne Furcht Spaß haben kann. Eine schöne Botschaft über Spontaneität und die Freude am Tun. Und als Lila stolz ihr großes, buntes Bild in die Höhe hält, noch ein bisschen klebrig, ist sie überglücklich, und ihr hübsches Kleid, gut geschützt, ist ganz sauber geblieben. Der Tag endet in Stolz, und die Geschichte legt sich ganz sanft nieder, genau rechtzeitig, um die Augen zu schließen und an all die schönen Farben zu denken. Frau Lou macht sich nicht über Lila lustig und zwingt sie nicht zu malen: Sie versteht ihre Angst und gibt ihr genau das Richtige, eine Schürze, um sich in ihrem eigenen Tempo zu trauen. Einem Kleinen zu helfen, eine Angst sanft zu überwinden, statt es zu drängen, ist der ganze Geist der Tilibou-Gutenachtgeschichten. Und in der Leseecke betrachtet Doudou-Hibou das schöne Werk mit einem ganz zärtlichen Auge. Eine sanfte Kita-Geschichte ohne Bildschirm, für die Kleinsten ab 2 Jahren, ideal, um den Kita-Start vorzubereiten oder eine kleine Sorge zu beruhigen, zum Zuhören zur Schlafenszeit, im Auto oder vor dem Mittagsschlaf. Wie immer bei Tilibou bleibt das Ende ganz sanft, ohne Musik, um in den Schlaf zu gleiten, ohne jemanden zu wecken. Alle Tilibou-Gutenachtgeschichten auf