Der Tag in der Tasche
An jenem Abend wird der Himmel ganz orange, wie eine Mandarine: Es ist das Ende des Tages. Und vor dem großen blauen Tor der Kita wartet jemand, pünktlich, wie immer, wie versprochen. Weißt du, wer? Mama. Als das kleine Glöckchen läutet und sich das Tor ganz sanft öffnet, rennt ein kleines Mädchen mit einem etwas zu großen Rucksack über den Hof: Lila, die sich in ihre Arme wirft. Mama drückt sie fest, fest, und atmet einmal tief ihr Haar ein, das nach Kita riecht: nach Stift, nach Farbe und ein bisschen nach Imbiss. «Du hast mir gefehlt, du. Komm, wir gehen nach Hause, ich halte deine Hand. Und sag mal, im Gehen… war es schön, die Kita, heute?» Da holt Lila, eins nach dem anderen, aus ihrer Tasche all die kleinen Schätze ihres Tages. Da ist die Rutsche und das Einer-nach-dem-anderen, die Farbe, die Flecken macht, das kleine Krümelchen, mit der Löffelspitze probiert, der schüchterne Freund, der zum Freund wurde, der Reißverschluss, endlich ganz allein zugemacht. Seinen Tag zu erzählen, ihn in Mamas Hand in Worte zu fassen, ist, als würde man ihn ein zweites Mal erleben, noch sanfter, und jede kleine Emotion schön an ihren Platz zu räumen, bevor die Nacht kommt. Diese Geschichte, die letzte der Kita-Staffel, hilft deinem Kind, die Brücke zwischen Kita und Zuhause zu schlagen, indem es seinen Tag in Worte fasst. Sie zeigt, wie gut es tut, zu erzählen, was man erlebt hat, die großen Freuden wie die kleinen Sorgen, und wie sehr das beruhigt und besänftigt vor dem Abend. Eine schöne Botschaft über das Teilen und die Verbindung. Und als Lila alles erzählt hat, der ganze Tag schön warm in ihrer Tasche und in ihrem Herzen verstaut, bleibt nur noch die Sanftheit des Abends und Mamas Hand. Die Geschichte legt sich dann ganz sanft nieder, wie ein schöner Tag, der gut zu Ende geht, genau rechtzeitig, um die Augen zu schließen. Mama fragt nicht nur «War's schön?»: Sie hört wirklich zu, sie lässt Lila in ihrem eigenen Tempo erzählen, die schönen Momente wie die kleinen Kümmernisse. Sich die Zeit zu nehmen, dem Tag eines Kindes zuzuhören, ohne zu urteilen, ist der ganze Geist der Tilibou-Gutenachtgeschichten. Und im mandarinenfarbenen Himmel gehen ganz sanft die allerersten Sterne über dem großen blauen Tor auf. Eine sanfte Kita-Geschichte ohne Bildschirm, für die Kleinsten ab 2 Jahren, zum Zuhören zur Schlafenszeit, zum Mittagsschlaf oder unterwegs. Wie immer bei Tilibou bleibt das Ende ganz sanft, ohne Musik, um ruhig in den Schlaf zu finden. Alle Tilibou-Gutenachtgeschichten auf