Die Nacht, in der der Schlitten nicht starten wollte
Ganz, ganz weit weg, am Ende der Welt, dort, wo der Schnee so sanft fällt, dass er weniger Lärm macht als ein Geheimnis, steht ein großes Holzhaus unter einer dicken Decke aus Schnee: die Werkstatt am Nordpol. Und diese Nacht ist DIE Nacht, die größte des ganzen Jahres, die Weihnachtsnacht. Der kleine Wichtel Pim verpackt das allerletzte Geschenk und kämpft mit einem Band, das sich von allein verknotet, während Caramel, das junge Rentier mit dem Kribbeln im Bauch, sich auf seinen allerersten großen Flug hoch oben am Himmel vorbereitet. Doch als der Weihnachtsmann auf den großen goldenen Holzschlitten steigt, die Zügel nimmt und sein Zauberwort sagt, «Und ab in die Lüfte!», passiert etwas, das seit tausend Jahren nicht passiert ist: Der Schlitten rührt sich nicht. Kein Stück, keine Kufe. Normalerweise hebt er ganz von allein ab, leicht wie eine Flocke; heute Nacht bleibt er im Schnee stehen, schwer wie ein großer, schlafender Stein. Und ganz leise schleicht sich ein schrecklicher kleiner Satz durch die Werkstatt: «Und wenn dieses Jahr kein Weihnachten wäre?» Sofort machen sich alle ans Werk. Boucle, die geschickte Wichtelin, holt ihre Listen und prüft alles: Kufen poliert, Glöckchen gestimmt… alles perfekt, und trotzdem läuft nichts. Der alte Brindille, der älteste Wichtel der Werkstatt und ein bisschen schwerhörig, zieht sogar «die Schraube der Magie» fest, denn, so sagt er, alles hat eine Schraube, sogar die Magie! Aber der Schlitten bleibt stumm. Es ist kein mechanisches Problem… was ist es dann? Es ist die Weihnachtsfrau, die, ohne je in Panik zu geraten, ganz sanft die richtige Frage stellt: Ein Weihnachtsschlitten fliegt im Grunde nicht wegen der Geschenke, und auch nicht wegen einer Schraube. Er fliegt wegen etwas anderem. Und gemeinsam, indem sie atmen, einander zuhören und sich helfen, finden Pim, Caramel und die Wichtel den wahren Zauber von Weihnachten wieder, den man nirgends festschrauben kann und der genügt, um den schwersten aller Schlitten abheben zu lassen. Im Lauf der Geschichte lernt dein Kind, dass ein großes Missgeschick keine Katastrophe ist: Wenn man ruhig bleibt, einmal tief durchatmet und gemeinsam sucht, findet man am Ende immer eine Lösung. Und als der Schlitten sich endlich in den Sternenhimmel erhebt, wird alles wieder friedlich: Der Schnee fällt lautlos und die Glöckchen klingen wie ein Wiegenlied, genau rechtzeitig, um die Augen zu schließen. Die Weihnachtsfrau schimpft mit niemandem und lacht nie über die Panik der kleinen Wichtel. Sie setzt sich zu ihnen, lässt die Stille sich setzen, und verwandelt dann die Sorge in eine sanfte Frage, die alle zusammen lösen: Diese Art, ein Gefühl ernst zu nehmen, statt es beiseitezuwischen, ist der ganze Geist der Tilibou-Gutenachtgeschichten. Und derweil tickt die alte Werkstattuhr ihr ruhiges Tick-Tack, wie ein Nachtlicht aus Klang, bis die Augenlider schwer werden. Eine Weihnachtsgeschichte ohne Bildschirm, für die Kleinsten ab 2 Jahren, ideal zum Zuhören schön kuschelig zur Schlafenszeit, im Auto oder vor dem Mittagsschlaf. Wie immer bei Tilibou bleibt das Ende ganz sanft, ohne Musik, um in den Schlaf zu gleiten, ohne jemanden zu wecken. Alle Tilibou-Gutenachtgeschichten auf